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Der lange Marsch

In letzter Zeit häuften sich bei mir die Geldsorgen. Nicht ohne Grund. Ich konnte viele Rechnungen nicht mehr bezahlen und das, obwohl ich doch vor 2 Monaten noch sehr gut gelebt habe. Wie konnte das alles so schnell gehen? Ich hatte anscheinend längst nicht so viel Geld, wie ich dachte. Und wenn das regelmäßige Einkommen wegbricht, hilft auch Angespartes nicht, diese Lücken, die dann auftreten, zu füllen.

Ein großer Schock war es gestern trotzdem, als ich von der Arbeit kam und mir meine Fahrkarte für die Rückfahrt kaufen wollte. Denn leider war gestern "...keine Zahlung mehr möglich". Ich weiß nun, dass ich zu fuß 3 Stunden zur Arbeit brauche und den Luxus einer U-Bahn zu schätzen. Drei Stunden, in denen ich mir noch einmal alles durch den Kopf gehen lassen konnte, 3 Stunden, in denen mir klar wurde, dass ich nun in Berlin wohne und nur noch eine Person kontaktieren kann, wenn ich Hilfe brauche. Stunden, in denen ich begriff, dass meine führsorgliche Mutter und meine lieben Schwestern, die ich mitlerweile sehr vermisse, nicht einfach anschreiben kann, damit alles wieder gut wird. Jeder Schritt brachte mich dieser Erkenntnis näher. Jeder Schritt war aber auch ein Schritt um die Stadt endlich zu verstehen, die Kontraste zu bemerken. Wenn man nur den ganzen Tag in der Wohnung verbringt, kann man das Flair dieser Stadt nicht verstehen. Man muss schon sehen, wie sich verfallene, besetzte Häuser neben Luxushotels von internationalem Rang befinden. Man muss schon in einer Millionen Metropole, auf einer Straße mitten im Zentrum alleine durch schwere Regenfälle gehen, um zu begreifen, dass man sich auch unter Millionen alleine fühlen kann und sich trotzdem als Teil eines ganzen fühlt. In diesen paar Stunden wurde ich mehr zum Berliner als in den vergangenen Monaten zuvor. Daher sehe ich es auch nicht als großes Unglück, alleine quer durch die Hauptstadt der Bundesrepublik gelaufen sein zu müssen, sondern als Entdeckung einer Liebe, der Schönheit und Erhabenheit meines neuen Zuhauses, Berlin.

Ich erfuhr endlich, welche Orte ich aufsuchen würde, wenn ich besuch hatte und ebenso, dass diese Stadt auch mehr zu bieten hat als die ganzen touristischen Anlaufpunkte, die man sich auch getrost sparen kann, wenn man die Stadt verstehen will.

Und ein bisschen habe ich auch geträumt, als ich an den ganzen Restaurants, Bars und Boutiquen vorbeilief. Ich stellte mir vor, ich könnte es mir auch mal einfach so leisten, einer Tram mit meinem BMW-Cabrio die Vorfahrt zu nehmen und darauf scheissen, was die Leute über mich denken, weil ich eh mit 500 PS zur nächsten Kreuzung heizen will und bis dahin muss für das nächste riskante Manöver wieder genug Konzentration da sein.

Alles kann man hier einfangen, wenn man nur genau hin sieht. Aber man muss auch hinsehen können, das hast Du, Berlin, mir gezeigt. Danke.


THE TILL
3.10.09 12:51
 


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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Dennis / Website (12.10.09 20:11)
Schon wieder ein interessanter und sehr schön geschriebener Eintrag, den ich erst jetzt bemerkt hab :0
Ein Besuch bei dir Ende November ist auf jeden Fall fällig und ein guter Grund für mich etwas Geld dafür zurückzulegen!

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